Sol, Serrano y Slicks – Formel1 auf Katalanisch

Der F1 Grand Prix von Spanien auf dem Circuit de Catalunya vom 7. bis 9.Mai 2010

Haaach … schon der Name zergeht einem auf der Zunge

Gran Premio de España Telefónica de Formula One.

Und das Streckenlayout erst, das mich immer an den Helm von Asterix erinnert … oder besser erinnerte, bis die seltsame neue Schikane vor der Zielkurve eingebaut wurde.

Egal, ich habe den Katalanen diesen Eingriff verziehen, unter anderem, weil ich das Rennen 2002 gesehen habe … VOR dem Umbau

Damals gewann übrigens Schumi mit über 35 Sekunden Vorsprung vor Juan Pablo Montoya und David Coulthard … DAS waren noch Zeiten.

Aber darüber wollte ich doch eigentlich gar nicht schreiben. Es gibt noch etwas viel besseres an diesem Grand Prix.


Nämlich die Tatsache, dass er in Spanien (und DAS mögen mir jetzt bitte die Katalanen verzeihen) stattfindet. Denn Spanien verdanken wir eine der großartigsten kulinarischen Entdeckungen der Geschichte: Tapas!

Ich bemühe hier einfach einmal Wikipedia, denn da ist zum Thema Tapas mit wenig Worten viel gesagt:

Eine Tapa ['tapa] (span. „Deckel“, „Abdeckung“) ist ein kleines Appetithäppchen, das in Tapas-Bars üblicherweise zu Wein, jedoch auch zu Bier gereicht wird. Tapas entsprechen den im östlichen Mittelmeerraum und im Nahen Osten gebräuchlichen Mezedes.

Tapas werden in Spanien üblicherweise in Tapas-Bars und Bodegas serviert und dort im Stehen verzehrt. Jede Tapas-Bar besitzt dabei eine individuelle Auswahl an verschiedenen Tapas. Zu den Tapas wird meist Bier, Wein, Sherry, Wermut oder Portwein getrunken. Tapas im engeren Sinne sind kostenlose Beilagen zum Getränk. Müssen sie zusätzlich bestellt werden, sind die Übergänge von einer Tapa zu einer Ración (größere Menge) oder zu einem Pincho (baskische Tapavariante mit in der Regel aufwendigerer Zubereitung) fließend.

Der Begriff „Tapa“ hat sich in vielen Sprachen als Fremdwort etabliert. In Lateinamerika wird er jedoch fast ausschließlich in seiner Originalbedeutung verwendet und nicht als „Häppchen“ verstanden.

Um die Entstehung der Tapas ranken sich einige Legenden. So soll etwa König Alfons X. von Kastilien während einer Krankheit gezwungen gewesen sein, zwischen den Mahlzeiten Wein und kleine Häppchen zu sich zu nehmen; nach der Kurierung soll er veranlasst haben, dass Wein künftig nur noch zusammen mit einer Kleinigkeit zu Essen serviert werden dürfe.

Eine andere Geschichte führt die Entstehung auf den Brauch zurück, alkoholische Getränke mit einem Deckel abzudecken; diese seien zu Anfang mit Oliven beschwert worden, um nicht fort geweht zu werden, und mit der Zeit seien die Beschwerungsmethoden immer einfallsreicher und kunstvoller geworden.
(DAS ist übrigens meine Lieblingsversion (Anm. des Autors))

Eine weitere Geschichte führt die Tapas auf kleine Imbisse zurück, die Feldarbeiter zwischen den Mahlzeiten zu sich nahmen, um die Zeit zwischen den Hauptmahlzeiten zu überbrücken.

Vielleicht einmal abgesehen davon, dass ich noch keine Tapas-Bar gefunden habe, in der man die leckeren kleinen Dinger kostenlos zu einem Glas Wein (wer bitte würde denn in Spanien Bier trinken?) bekommt (wer eine kennt möge mir das bitte umgehend mitteilen) kann ich die Aussagen dieses kurzen Artikels bestätigen. Und hinzufügen: ich liebe diese „Deckelchen“.

Und da ich nun einmal

  1. Formel-1-Fan,
  2. leidenschaftlicher Hobbykoch – Dilettant und
  3. Freund guten Essens

bin ergibt sich nahezu zwingend folgendes Szenario für den 8. Mai 2010.


Den besten Kumpel (auch Hobbykoch aber kein Dilettant) einladen, einige Tapas machen, auf der Terrasse den Samstagabend genießen und sich auf das Rennen freuen. Ach ja: dazu eine gute Flasche spanischen Rotwein aufziehen. Oder einen schönen Rosé. Oder doch lieber einen weißen?. Von allen gibt es reichlich, aber ich persönlich werde folgende Weine aus dem Keller holen:

Rot      Corte Mayor Reserva, Rioja D.O.Ca. Baron de Ley, Jahrgang 2004
Den gibt’s bei Hawesko zu allem Überfluss auch grade noch im Angebot. Da hab ich mir gleich ein paar Fläschchen gesichert.
Wenn nämlich ein Robert Parker einen Wein mit 95 von 100 Punkten bewertet, kann man sich nahezu blind drauf verlassen. Ich wurde zumindest noch nie enttäuscht … bei diesem Wein auch nicht.

Rosé   Lealtanza rosé, Rioja D.O.Ca. Bodegas Altanza, Jahrgang 2009
Hier verlasse ich mich jetzt auf meine Erfahrung und die Einschätzung anderer Leute.
Den aktuellen Jahrgang habe ich nämlich noch nicht probiert, aber 2007 und 2008 waren sagenhaft … nur sind sie leider ausverkauft.
Aber Vorsicht mit dem Stoff … er hat geschmeidige 13,5 Umdrehungen und schon fast gefährlich lecker für den Alkoholgehalt.

Weiß   Condesa Eylo Verdejo, Rueda D.O. Bodegas Val de Vid, Jahrgang 2008
Wenn es denn wirklich original spanisch zugehen soll, kommt man natürlich an einem Rueda nicht vorbei. Und der hier ist richtig lecker.
Wer experimentierfreudig ist, probiert „Maximo“, einen Sauvignon blanc aus der Mancha. Bei dieser Traube bin ich zwar bekennender Neuseeland-Fan, aber der „Größte“ ist überraschend groß.

Damit aber genug „geweint“

Mindestens genau so interessant ist ja doch die Frage, was der Gentleman denn für Tapas bevorzugt. Da es mir völlig unmöglich wäre, diese Frage bis zum Beginn des Rennes in aller Ausführlichkeit zu beantworten – es wären einfach zu viele Rezepte in unendlichen viele Variationen (wer „Tapas“ googelt und sich alles speichert wird, schnell an die Grenzen seiner Festplatte stoßen) beschränke ich mich hier einmal auf meine 5 absoluten Favoriten, die es auf meiner Terrasse sicher geben wird:

Zu allem passt natürlich Baguette, aber probieren Sie mal Folgendes:

Ganz normales Graubrot (Roggen-, Weizen-, Misch- … meinetwegen auch Vollkornbrot) in einer Pfanne auf einer Seite rösten, bis es leicht braun ist (bitte nicht zu Tode trocknen). Mit einer Knoblauchzehe und danach mit einer halbierten Tomate abreiben.

Herrlich !!!

Ach ja, noch was. Die Rezepte sind getestet und mir schmeckt’s. Aber das will absolut nichts bedeuten. Manch einer mag’s lieber etwas schärfer oder milder, saurer oder süßer …

Hier gilt – wie für fast alles im Leben – „Versuch macht kluch“. Probieren Sie es einfach aus und kreieren Sie Ihre eigene Lieblingsversion der Tapas.

In diesem Sinne – bis zum nächsten mal hier bei Formula Food.

Albondigas

100 g               Pinienkerne

100 g               Schalotten

2                      Knoblauchzehen (aber MINDESTENS 2 )

1                      Chilischote (gerne mehr, wer’s verträgt)

3-4 El               Olivenöl

100 g                Datteln

400 g                Hackfleisch (am besten Lamm, ersatzweise Rind/Schwein gemischt)

1                      Ei

1 El                  Senf

abgeriebene Limettenschale (Zitrone geht zur Not auch)

Pinienkerne bei geringer Hitze vorsichtig (die werden extrem leicht zu dunkel) ohne Fett rösten, beiseite stellen.

Schalotten, Knoblauch, Chili fein würfeln. Schalotten in Öl glasig dünsten, Knoblauch und Chili dazugeben, kurz ziehen lassen, zu den Pinienkernen geben und auskühlen lassen.

Datteln entkernen, hacken und mit Hackfleisch, Ei und der Pinienkern-Mischung in eine Schüssel geben. Verkneten und mit Senf, Limettenschale, Salz und Pfeffer würzen.

Kleine Bällchen formen, scharf und kross braten.

Berenjenas rellenas

1 – 2    Auberginen … je nach Größe und Appetit

Serranoschinken, ca. 5 – 6 Scheiben pro Aubergine

Manchego (span. Ziegenkäse)

Olivenöl

Salz

Pfeffer

Paprika, scharf

Koriander, zerstoßen

Aubergine in etwa 4 mm dicke Scheiben schneiden, leicht salzen und ziehen lassen.

In viel Olivenöl in einer Grillpfanne anbraten, mit etwas Pfeffer, Salz, Koriander und ein wenig scharfen Paprika würzen.

Auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen. Anschließend mit Serranoschinken und Manchego belegen und einrollen.

Mit einem Zahnstocher fixieren, leicht mit Mehl bestäuben und noch einmal in die Pfanne legen, bis der Käse anfängt zu zerlaufen.

Champiñón en Aceto Balsamico

Champignons

2-3 EL             Pinienhonig

Gutes (!) Olivenöl

Guter (!) Aceto Balsamico

Schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Salz nach Belieben

Champignons in heißem Olivenöl von allen Seiten anbraten. Unbedingt darauf achten, dass sie dabei nicht zu viel Feuchtigkeit ziehen. Sie sollen braten, nicht kochen. Also lieber in mehreren Partien anbraten.

Die angebratenen Champignons kräftig pfeffern, den Pinienhonig zugeben und karamellisieren. Das Ganze mit dem Aceto Balsamico ablöschen (hohe Temperatur, der Essig soll regelrecht verdampfen … und dabei NASE WEG von der Pfanne J) und sirupartig einkochen lassen. Nach Geschmack salzen.

Gambas al jerez con ajo

500 – 600 gr     geschälte Gambas

4 EL                Limettensaft (zur Not auch Zitronensaft)

3 EL                trockener Sherry

8                     Knoblauchzehen

100 ml             Olivenöl

1 Bund             Petersilie

Salz

Pfeffer

Die Gambas unter fließendem kalten Wasser abspülen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. In eine Schüssel geben, mit Limettensaft und Sherry vermischen und im Kühlschrank etwa 1 Stunde marinieren.

Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Das Olivenöl in einer Pfanne mit hohem Rand erhitzen und den Knoblauch darin bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Die Gambas abtupfen und in dem Knoblauchöl 5-6 Minuten braten, oder besser dünsten.

Petersilie waschen, fein hacken und 3/4 unter die Gambas mischen, kurz mitdünsten.

Die Gambas auf vorgewärmte Schälchen verteilen, salzen und pfeffern, mit der restlichen Petersilie garnieren und heiß servieren.

Tartar de atun

500 Gr.           Thunfisch („Sushi-Qualität“ !!!)

1 kl. Glas        Kapern

1 Glas             Cornichons

Saft von 1 Limette (jaaa … zur Not …)

Sherryessig

Gutes Olivenöl

1 Handvoll      Basilikumblätter

1/2                   rote Paprika

Salz

Pfeffer

Scharfer Senf

Honig

Den frischen Thunfisch im Stück einfrieren , am besten 24 Stunden oder sogar länger. Leicht antauen lassen und im noch halb gefrorenen Zustand in etwa ½ cm dicke Scheiben schneiden Diese Scheiben würfeln (auch wieder etwa ½ cm) und in eine Schüssel geben.

Die Kapern (den Saft bitte ausdrücken) und etwa 10 Cornichons fein hacken. Mit Thunfisch, Limettensaft, 1 EL Essig, 2 EL Olivenöl und etwas Pfeffer mischen und etwa 1 Stunde ziehen lassen.

Basilikum in feine Streifen, die rote Paprika in kleine Würfel schneiden.

Essig mit Pfeffer, Salz, ein wenig scharfem Senf und Honig verrühren. Dann erst das Olivenöl zugeben und mit einem Schneebesen aufschlagen und abschmecken. Die Vinaigrette soll nicht zu sauer aber auf gar keinen Fall süß sein … harmonisch eben. Verhältnis Essig : Öl etwa 1 : 3.

Dann mit Basilikum und Paprika mischen.

Tartar portionsweise auf Teller anrichten und mit der Vinaigrette anrichten.

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